Sommer-Hitze: Hund Choco vor dem Sommer-Himmel

So kommt dein Hund durch den Sommer

Hitzefrei – im Schatten dösen, ein erfrischendes Getränk und ab und zu die Füße ins kühle Nass stecken: So stellt man sich heiße Sommertage idealerweise vor. Nicht nur wir Menschen brauchen an solchen Tagen Abkühlung, ganz besonders leiden unsere Hunde, wenn die Sonne vom Himmel strahlt.

Mit Mona habe ich viele Sommer erlebt. Mit Choco geht es jetzt in den zweiten – und schon im letzten Jahr habe ich gemerkt, dass ihr die Hitze zu schaffen macht. Ein Jahr macht in ihrem Alter viel aus, und ich bin gespannt, wie wir uns diesen Sommer arrangieren werden.

Schwitzt der Hund?

Hunde regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich über das Hecheln. Dabei verdunstet Feuchtigkeit aus Maul und Atemwegen und kühlt den Körper von innen. Schweißdrüsen haben Hunde nur an den Pfoten – sie spielen für die Kühlung eine untergeordnete Rolle.

Das bedeutet: Hunde können Hitze deutlich schlechter abführen als Menschen. Bei hohen Temperaturen stoßen sie schnell an ihre Grenzen, besonders ältere Hunde und solche mit Vorerkrankungen.

Was Choco als Straßenhund tun würde

Wäre Choco noch Straßenhund in Rumänien, würde sie ihren Tag strikt nach der Sonne ausrichten: Aktivität in den kühlen Morgen- und Abendstunden, absolute Ruhe in der Mittagshitze. Sie würde gezielt den Schatten unter Büschen oder Autos suchen und sich kühle Löcher in die Erde scharren. Jede unnötige Bewegung kostet Energie und produziert zusätzliche Wärme.

Tierschutzhündin Choco in einer Pusteblumen-Wiese im Sommer

Was im Vorbeigehen oft „chillig“ wirkt, ist in Wahrheit ein harter Überlebenskampf, denn auch bei Hitze müssen Nahrung und Wasser gefunden werden. Das funktioniert nur, solange ein Hund gesund und kräftig ist. Mit einer Herzgeschichte wie Chocos wären die heißen Tage in Rumänien wahrscheinlich nicht gut zu überstehen gewesen.

Cool durch den Sommer

Choco lebt heute nicht mehr auf der Straße – Schatten, Wasser und Pausen muss ich für sie organisieren. Bei großer Hitze bedeutet das vor allem einen kühlen Rückzugsort, sei es im Keller, im Badezimmer oder an einem schattigen Plätzchen im Garten.

Auch die Gassigänge passen wir an: Die Mittagshitze ist tabu, stattdessen nutzen wir die kühlen Morgen- und Abendstunden. Größere sportliche Aktivitäten oder das Mitlaufen am Fahrrad sollten im Sommer für Hunde ausfallen. Was dagegen nie fehlen darf, ist der ständige Zugang zu frischem Wasser.

Abkühlung und Trinken unterwegs

Im Sommer laden Pfützen und Tümpel Hunde zum Trinken ein, doch stehende Gewässer bergen Risiken. Mona holte sich so wahrscheinlich einmal Giardien und hat sehr gelitten. Auch Choco sucht bei Hitze jede Wasserstelle auf. Aber weil sie beim Abkühlen im Tümpel gleichzeitig daraus trinkt, mache ich um stehende Gewässer lieber einen Bogen. Für den Durst habe ich immer frisches Wasser dabei.

Mischlingshündin Choco badet im See

Größere Seen und fließende Gewässer sind zum Plantschen besser geeignet, weil ein Schluck Wasser dort meist unproblematisch ist. Ein Risiko gibt es im Hochsommer allerdings auch hier, falls sich gefährliche Blaualgen bilden. Wenn wir in Sahlenburg am Meer oder im Watt unterwegs sind, achte ich zudem darauf, dass Choco kein Salzwasser trinkt, da sonst Durchfall droht.

Mischlingshund Mona kühlt sich im Planschbecken von der Sommer-Hitze ab

Eine saubere Alternative war früher ein Planschbecken im Garten meiner Mutter, wo ich mit Mona öfter zu Besuch war. Während sie gerne einfach im Wasser stand, aber das Abduschen hasste, liebt die Hofhündin Frida den Wasserschlauch. Da jeder Hund anders reagiert, sollte der Kontakt mit Wasser nie erzwungen werden.

 Ich habe schon Leute gesehen, die ihren Hund einfach hochgenommen und ins Wasser gesetzt haben, weil er nicht freiwillig reinging – so etwas geht gar nicht.

Eine frische Brise

Ein Ventilator oder eine Klimaanlage können die Sommerhitze erträglicher machen, bergen aber auch Tücken. Der plötzliche Wechsel von einem klimatisierten Raum in die drückende Außenhitze ist ein echter Kreislaufschock. Zudem kann ein starker Luftzug schnell zu einem steifen Hals oder einer Bindehautentzündung führen – das gilt für Hunde genauso wie für uns.

Allerdings reagiert jeder anders. Ich bin früher mit der Klimaanlage im Büro gut klargekommen, auch wenn ich es auf Dauer anstrengend fand. Mona, die mich täglich dorthin begleitete, schienen die gekühlten Räume über die acht Stunden hinweg ebenfalls gutzutun – trotz des extremen Temperaturunterschieds beim Gassigehen oder auf dem Heimweg.

Zuhause geht es für mich im Sommer nicht ohne Ventilator im Schlafzimmer. Für Mona war das zum Glück nie ein Problem. Was Choco davon hält, weiß ich allerdings nicht – sie schläft nicht bei mir im Zimmer.

Kühlmatten und Fellpflege

Für zusätzliche Abkühlung sorgen Kühlmatten. Das integrierte Gel kühlt den Hund, sobald er sich darauflegt. Da der Effekt nach einiger Zeit nachlässt, muss der Hund die Matte erst wieder verlassen – nach einer kleinen Pause kühlt sie wieder. Mona hatte eine solche Kühlmatte. Ich musste sie ihr anfangs zwar schmackhaft machen, aber danach hat sie selbst entschieden, ob sie die Matte nutzen wollte. Wer keine Kühlmatte hat, kann auch ein feuchtes, kühles Handtuch als Unterlage nutzen. Wichtig ist generell: Hunde immer von unten kühlen.

Beim Thema Scheren gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Zu bedenken ist, dass das Fell als ein natürlicher Wetterschutz dient, auch gegen Sonne. Ein ungeschützter Körper überhitzt schneller durch Sonneneinstrahlung. Um Mona den Pelz etwas sommergerechter zu gestalten, holte ich regelmäßig die Unterwolle heraus.

Mit Choco mache ich es genauso. Dafür nutze ich den „Furminator“ und das funktioniert richtig gut. Mona hat es genossen und Choco genießt es ebenso.

Gefahren abseits der Hitze: Worauf wir im Sommer noch achten müssen

Sommerzeit bedeutet leider nicht nur Hitze. Die warme Jahreszeit bringt auch ein paar ganz spezielle Gefahren in der Natur mit sich, die für unsere Hunde schnell schmerzhaft oder sogar lebensgefährlich werden können.

  • Die unterschätzte Gefahr: Grannen – Wer im Sommer an Getreidefeldern oder über trockene Wiesen spaziert, kommt an ihnen nicht vorbei: Grannen. Das sind die kleinen, borstigen Fortsätze an den Ähren von Gräsern und Getreide. Sie besitzen winzige Widerhaken und genau das macht sie so gefährlich.

    Wenn der Hund durch hohes Gras läuft, bleiben die Grannen leicht im Fell hängen. Durch die Bewegung des Hundes und die Widerhaken wandern sie immer weiter – und zwar nur in eine Richtung: nach vorne. Sie bohren sich durch die Haut, wandern tief in die Pfoten (besonders in die empfindlichen Zwischenzehenräume), geraten in die Ohren, die Nase oder sogar in die Augen. Das kann zu schweren Entzündungen, Abszessen und starken Schmerzen führen. Wenn eine Granne erst einmal tief im Gewebe sitzt, hilft oft nur noch eine Operation beim Tierarzt.

  • Eichenprozessionsspinner – Eine weitere Plage, die uns in den letzten Jahren vermehrt im Sommer begegnet, sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners. Sie leben, wie der Name sagt, vor allem auf Eichen und wandern dort in langen „Prozessionen“ die Stämme entlang. Ihre winzigen Brennhaare enthalten ein Gift, das bei Berührung heftige allergische Reaktionen auslöst.

    Schnüffelt ein Hund an einem Stamm oder am Boden an einem herabgefallenen Nest, kann das dramatische Folgen haben: Die Zunge und die Schleimhäute im Maul können extrem anschwellen, was im schlimmsten Fall zu Erstickungsgefahr führt. Entdeckst du Warnschilder an Bäumen, gilt hier: Den Bereich großräumig meiden und den Hund unbedingt an der Leine führen.
  • Zecken und anderes Getier – Dass die Zecken im Sommer Hochkonjunktur haben, ist kein Geheimnis. Sie übertragen gefährliche Krankheiten wie Borreliose oder Anaplasmose. Neben einem guten Zeckenschutz ist das Absuchen nach dem Gassi absolute Pflicht.

    Aber auch Wespen und Bienen im Gras sind ein Thema – ein unbedachter Tritt oder das Schnappen nach einem fliegenden Insekt kann schmerzhafte Stiche zur Folge haben. 

Mein Schreckmoment mit Happy End

Ich saß im Büro, Mona lag hinter mir in ihrem Bettchen. Plötzlich hörte ich ein Schmatzen. Als ich mich umdrehte, sah ich gerade noch, wie sie eine Wespe ausspuckte. Was habe ich mich erschrocken! Ich bin sofort mit ihr zur Tierärztin gefahren – denn ein Stich im Maul kann gefährlich werden: Die Schleimhäute können anschwellen und die Atemwege blockieren. Die Tierärztin gab mir ein Notfallmedikament mit, das ich zum Glück nicht brauchte.

Übrigens ...

Die Schweißdrüsen an den Pfoten dienen nicht nur der minimalen Kühlung, sondern hinterlassen auch Duftspuren – Hunde markieren beim Laufen also nicht nur über den Urin, sondern auch über ihre Pfoten.

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