Die Abkühlung, die keine war
Ich hatte es mir so schön ausgemalt: Choco schwimmt eine Runde in der Hamme, kühlt sich ab, und der heiße Tag wird für uns beide erträglicher. Daraus wurde an diesem Abend nichts.
Gestern waren Choco und ich bei meiner Mutter in Worpswede. Gegen 18 Uhr brach ich mit Choco zu einem Spaziergang an der Hamme, einem kleinen Fluss in der Nähe, auf, in der Hoffnung, die größte Hitze sei jetzt vorbei. Sie war es nicht. Die Wärme des Tages stand noch immer über allem, und schon nach den ersten Metern war klar, dass ich mich gründlich verschätzt hatte.
Trubel an der Badestelle
Bei Neu Helgoland angekommen, war die Hölle los. Neben der Gastronomie gibt es dort eine Badestelle, und die war an diesem heißen Abend extrem gut besucht. Überall plantschten und jauchzten Kinder im Wasser. Hunde dürfen dort allerdings nicht an den Strand. Von diesem Trubel aus geht es weiter in die reine Natur, unter anderem an der Hamme entlang. Doch auch in den kleinen Buchten am Ufer lagen überall noch Menschen. Wir mussten also ein ganzes Stück weiter laufen, um überhaupt eine Chance auf einen freien Zugang zum Wasser zu bekommen – denn je weiter man läuft, desto leerer wird es.
So gingen wir immer weiter am Ufer entlang, und immer wieder versuchte ich, Choco zu einem kühlenden Bad in der Hamme zu bewegen. Choco liebt Wasser. An diesem Abend half das wenig. Einen flachen Einstieg gab es nirgends, und zum Schwimmen hatte sie keine Lust. So blieb die erhoffte Abkühlung aus.
Dazu kam, was mir bei Hitze die größte Sorge macht: Chocos Herz-Lungen-Problem. Beim Spaziergang merkt man ihr nicht viel an, nur dass sie schlapp wird und den Fang öffnet. Ich kehrte deshalb bald um und ging mit ihr zurück zum Auto. Selbst dieser kurze Weg war für die Bedingungen zu lang, und ehrlich gesagt ging es mir in der Hitze kaum besser. Auf der ganzen Fahrt zurück nach Bremen lief die Klimaanlage auf vollen Touren. Trotzdem dauerte es noch lange, bis Chocos Pumpen aufhörte und sie sich entspannt hinlegte.
Konsequenz für heiße Tage
Aus diesem misslungenen Abend nehme ich eine klare Entscheidung mit. An heißen Tagen gehe ich mit Choco nur noch früh am Morgen und nach Sonnenuntergang vor die Tür. In diesen Stunden sind die Temperaturen für sie machbar. Das ist mir besonders wichtig, weil Choco aufgrund ihrer Vorerkrankung empfindlicher auf Hitze reagiert als ein gesunder Hund. Große Wärme belastet sie zusätzlich, und ihr Spielraum ist von vornherein kleiner.
Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich Choco diesen Spaziergang zugemutet habe. Noch einmal mache ich diesen Fehler nicht.