Mona, schwarzer Mischlingshund, blickt nach einer Operation in die Kamera

Krankenversicherung für ältere Hunde — noch sinnvoll?

Eine Hundekrankenversicherung klingt nach einer einfachen Sache. Bei genauerem Blick auf die Bedingungen zeigen sich Altersgrenzen, Wartezeiten, Selbstbeteiligungen, Leistungsobergrenzen und Ausschlüsse bei Vorerkrankungen. Am Ende kann deutlich weniger übrig bleiben, als die Werbeaussagen vermuten lassen.

Für Halter eines Tierschutzhundes — oft  mit gesundheitlicher Vorgeschichte — stellt sich die Frage besonders dringlich: Lohnt sich eine Krankenversicherung für ältere Hunde überhaupt noch, oder zahlt man Beiträge für einen Schutz, der im Ernstfall kaum greift?

Der Markt im Wandel

Für Mona habe ich eine OP-Versicherung abgeschlossen — sie war jung und gesund, und Krankenversicherungen waren damals wenig verbreitet und selten rentabel. Das hat sich geändert: Seit die neue Gebührenordnung für Tierärzte die Behandlungskosten deutlich angehoben hat, sind Hundekrankenversicherungen attraktiver geworden und der Markt ist gewachsen.

Der Haken: Vorerkrankungen

Bei Choco war von Anfang an klar, dass eine sinnvolle Versicherung nicht mehr realistisch ist. Mit einer Herzerkrankung und ihrem Alter bei der Ankunft wären die kostspieligsten Behandlungen in jedem Fall ausgeschlossen worden.

Versicherer übernehmen keine Behandlungen, die auf Vorerkrankungen zurückzuführen sind. Typische Ausschlüsse sind:

  • Herzprobleme und Epilepsie
  • Tumore und Diabetes
  • Hüftdysplasie
  • Chronische Hauterkrankungen

Im schlimmsten Fall werden auch Folgeerkrankungen als Zusammenhang mit der bekannten Vorerkrankung gewertet und ebenfalls nicht übernommen. Versicherer sprechen hier von Kausalität. Hat ein Hund Herzprobleme und bekommt später Wasser in der Lunge, wird die Übernahme der Kosten für die Behandlung der Lunge abgelehnt, weil sie als Folge der Herzerkrankung gilt. Manche Anbieter lehnen Hunde mit schweren oder chronischen Erkrankungen gleich ganz ab.

Die Hürde: das Alter

Viele Versicherer haben Altersgrenzen für die Neuaufnahme. Wer einen zehnjährigen Tierschutzhund adoptiert, hat damit oft schon das erste Problem. Selbst wenn eine Aufnahme möglich ist, sind die Beiträge erheblich und können mit zunehmendem Alter des Hundes noch steigen.

Welche Optionen bleiben?

Eine OP-Versicherung kann auch für ältere Hunde mit Vorerkrankungen sinnvoll sein. Sie deckt zumindest Operationen und Eingriffe ab, die nichts mit den bekannten Erkrankungen zu tun haben, zum Beispiel Unfälle.

Für viele Besitzer älterer Tierschutzhunde ist ein konsequent aufgebautes finanzielles Polster die sinnvollere Alternative —  flexibel, ohne Ausschlüsse und ohne monatliche Prämien für einen Schutz, der im Ernstfall vielleicht doch nicht greift. Ich habe mich dazu entschieden, für Choco monatlich einen festen Betrag auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen, der für größere Ausgaben gedacht ist.

Monas OP-Versicherung: meine Erfahrung

Ich habe Monas OP-Versicherung einmal in Anspruch genommen, als ein Lidrandtumor entfernt werden musste. Da Mona ohnehin in Narkose war, habe ich gleichzeitig Lipome entfernen lassen.

Als Operation gilt übrigens versicherungsrechtlich ein chirurgischer Eingriff unter Narkose oder Schmerzausschaltung, bei dem Haut oder darunterliegendes Gewebe mehr als punktförmig durchtrennt wird.

Mona mit Halskragen nach der OP auf dem Bett

Ein CT, das ich wegen einer vermuteten Ellenbogendysplasie hatte anfertigen lassen, fiel nicht darunter. Da ich nach einer Zweitmeinung von der Operation abgesehen hatte, trug ich die Kosten für die Diagnostik selbst.

Als die Prämie um mehr als 50 Prozent erhöht wurde, habe ich die Versicherung gekündigt. Mona war zu diesem Zeitpunkt schon so alt, dass ich ihr eine Operation ohnehin nicht mehr zumuten wollte.

Hat sich die OP-Versicherung gelohnt?

Stellt man die Prämienzahlungen über zwölf Jahre den tatsächlichen Erstattungen gegenüber, hat sich die Versicherung rechnerisch nicht gelohnt. Die Absicherung des Risikos war mir die monatliche Zahlung dennoch wert, denn was der nächste Tierarztbesuch bringt, weiß man nie.

Für junge, gesunde Hunde kann sich eine Versicherung lohnen. Mit zunehmendem Alter und bei bestehenden Erkrankungen sinkt der Nutzen deutlich – bei gleichzeitig steigenden Kosten. Für ältere oder vorerkrankte Hunde ist ein eigenes finanzielles Polster oft die flexiblere Lösung.

Übrigens ...

Die Prämien für eine Krankenversicherung für ältere Hunde mit vollem Leistungs­umfang liegen  je nach Tarif schnell bei über 100 Euro im Monat — wer in einem Jahr keine größeren Tierarztkosten hat, zahlt drauf.

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