Tierschutzhund Choco blickt direkt in die Kamera.

1. Choco - Entdeckung und Ankunft auf dem Pferdehof

Eigentlich wollte ich nach Monas Tod keinen Hund mehr. Ich wollte mich nicht noch einmal binden – nicht an ein Lebewesen, das wieder gehen würde. Aber da war dieser Gedanke: All das, was ich Mona am Ende noch gerne gegeben hätte, könnte ich einem anderen Hund geben. Es sollte ein älterer Hund sein, einer, der sonst kaum noch eine Chance hat.

Also durchforstete ich wieder die Webseiten von Tierschutzvereinen, auch aus dem Ausland. Dort entdeckte ich Choco. Sie war bereits zehn Jahre alt und stammte aus Rumänien. Ihr Blick auf den Fotos rührte mich sehr an. Ich behielt Choco im Kopf und rief die Seite mit ihren Bildern immer wieder auf.

Ein Gespräch auf dem Pferdehof

Für die Weihnachtstage und über Silvester hatte ich einen „Urlaub gegen Hand für Pferdemenschen“ verabredet. Bei diesem Konzept bieten Menschen mit Pferdehof und weiteren Tieren eine Unterkunft in einer schönen Region an, und die Gäste helfen im Gegenzug auf dem Hof und bei den Pferden mit.

Während des Aufenthalts freundete ich mich mit der Besitzerin an, und wir kamen schnell auf Hundeadoptionen zu sprechen. Ich erzählte ihr von Choco. Meine Freundin wollte ohnehin einen zweiten Hund aus dem Ausland adoptieren – und bevor ich richtig nachdenken konnte, hatte sie das Adoptionsformular schon ausgefüllt und abgeschickt. Die Rückmeldung des Vereins kam noch während meines Urlaubs.

Auch nach dem Urlaub verbrachte ich viel Zeit auf dem Hof. Inzwischen hatte der Verein die obligatorische Vorkontrolle bei meiner Freundin durchgeführt, und schließlich stand der Termin fest. Wir sollten Choco von einem Transporter in Hannover abholen.

Ankunft mitten in der Nacht

Über eine WhatsApp-Gruppe wurden wir über den Transport auf dem Laufenden gehalten. Irgendwann kam die voraussichtliche An­kunfts­zeit, und sie lag mitten in der Nacht. Eine Stunde Fahrt lag vor uns. Als wir ankamen, stand der Transporter bereits da. Zuerst wurde ein anderer Hund ausgeladen, dann war Choco an der Reihe.

Wir hatten ihr Sicherheitsgeschirr dabei und es wurde ihr im Transporter angelegt. Es dauerte eine Weile, denn Choco war alles andere als kooperativ. Sie machte sich ganz steif und musste bis zum Ausstieg geschoben werden. Sie war ein Häufchen Elend. Ein Mann hob sie schließlich aus dem Transporter und trug sie zu unserem Campingbus. Vor die Rückbank hatten wir ein Hundebett gelegt. Ich saß hinter Choco auf der Rückbank und hielt ihre Leine fest. Es war furchtbar kalt. Eine Stunde lang fuhren wir durch die Nacht zurück zum Hof.

Willkommen im neuen Zuhause

Auf dem Hof schlossen wir zuerst die Tore, bevor wir Choco an der Leine aus dem Auto holten. Wir drehten mit ihr eine kleine Runde, damit sie sich lösen konnte, und gingen dann ins Wohnhaus. Dort lernte Choco die Hofhündin Frida kennen. Wir saßen noch eine Weile gemeinsam in der Küche, und Choco lag in einem Hundebett, das wir extra dort aufgestellt hatten. Irgendwann ging ich hinüber in meine Ferienwohnung, die an das Wohnhaus angeschlossen war. Choco blieb im Haus mit meiner Freundin und Frida.

Am nächsten Morgen auf dem Hof begrüßte mich Choco fröhlich und zutraulich.

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