Hündin Choco im Sonnenuntergang am Sahlenburger Strand, aufgenommen auf einer Buhne

Kurzurlaub am Hundestrand Sahlenburg

Diesen Kurzurlaub am Hundestrand Sahlenburg habe ich kurzfristig gebucht, mitten in der Sommer-Hochsaison. Zwei Nächte haben Choco und ich im Hotel Wernerwald in Sahlenburg verbracht, hundefreundlich und mit einem günstigen Parkplatz in der Nähe. Frühstück habe ich nicht dazugebucht, ich frühstücke ohnehin nicht.

Am Ende des Artikels findest du eine Übersicht mit allen Adressen, Preisen und Öffnungszeiten zum schnellen Finden.

Tag 1: Ankunft und Sonnenuntergang am Watt

Die Anreise mit dem Auto zog sich. Auf Höhe von Bremerhaven stand ich im totalen Stau, aus der geplanten Fahrzeit wurden zwei Stunden. Choco saß währenddessen entspannt auf dem Rücksitz, im speziellen Autogeschirr angeschnallt.

Um 14 Uhr kamen wir an. Wir liefen erstmal ein Stück, und am Kletterpark haben wir gegessen. Dort stehen Tische und Bänke aus Holz, die nicht zum Kletterpark gehören, und genau dort habe ich mich mit meiner mitgebrachten Bowl niedergelassen.

Kleine rosa Geschenkverpackung mit Schleife für Hunde vom Hotel Wernerwald

 Um 15 Uhr habe ich im Hotel eingecheckt. Beim Check-in gab es für Choco eine kleine Geschenkverpackung mit zwei verschiedenen Sorten Leckerchen und Kotbeuteln darin. Eine halbe Stunde später traf ich mich mit einer Bekannten und ihrer Hündin am Strandeingang. Gemeinsam sind wir eine kleine Runde durch den Wald und an den Strand gelaufen, mit den Hunden sind wir ein bisschen ins flache Wasser gegangen.

Der Hundestrand Sahlenburg

Er liegt im südlichen Teil von Sahlenburg, in der Nähe der Surfschule. Am Strand, auf den Deichen, im Deichvorland und im Watt gilt durchgehend Leinenpflicht. Wer den Hund frei laufen lassen möchte, findet links vom Eingang, vor dem Strandabschnitt, eine Freilauffläche. Toiletten gibt es dort nicht direkt, die nächsten öffentlichen liegen in der Nähe am Waldcampingplatz. In der Nähe des Strands gibt es mehrere gastronomische Angebote. Du kannst auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz in der Hans-Retzlaff-Straße parken, von dem aus es rund 700 Meter bis zum Strand sind.

Danach haben wir uns in ein Restaurant gesetzt, ich habe einen Milchkaffee getrunken, und wir haben geschnackt.

Sonnenuntergang am Wattenmeer

Hündin Choco in goldenes Licht getaucht vor dem Sonnenuntergang über dem Watt

Zum Sonnenuntergang bin ich mit Choco und der Kamera noch einmal an den Strand gegangen. Es lag eine ganz besondere Atmosphäre über allem, die besondere Akustik des Watts,  vereinzelte Möwenschreie, dazu die Stimmen einiger Leute, die noch draußen unterwegs waren. Die Sonne sank immer tiefer Richtung Horizont, direkt neben der Silhouette von Neuwerk. Mit einem Ehepaar kam ich kurz über Fotografie und die Atmosphäre ins Gespräch, während in der Ferne ein riesiger Kahn durch die Fahrrinne fuhr. Aus der Entfernung sah es aus, als würde er über das Watt rollen.

 Wir standen auf den Buhnen, den Steinbauten, die hier ins Watt hineinragen. Choco legte sich hin, den Blick in den Sonnenuntergang gerichtet, vom Licht angestrahlt. Ich konnte nicht aufhören zu fotografieren, immer wieder zeigte sich ein neues, besonderes Bild. Irgendwann verschwand die Sonne schließlich ganz hinter dem Horizont.

Beseelt machten Choco und ich uns auf den kurzen Weg zurück ins Hotel. Ich öffnete das Fenster, um die frische, kühle Luft hereinzulassen. Meerluft macht müde, Choco streckte sich lang auf ihrer Decke aus, und ich duschte noch schnell, bevor auch ich ins Bett ging.

Sonnenuntergang über dem Watt neben der schwarzen Silhouette der Insel Neuwerk

Tag 2: Küstenheide und der eigene Strandkorb

Am nächsten Tag bin ich mit Choco in die Heide gefahren. Sie blühte zum Teil schon, drumherum wuchsen überall kleine, bunte Blüten. Der Himmel war bedeckt, und es war noch nicht so warm, was gut zur Heide passte. Bei großer Hitze ist es dort nämlich nicht angenehm auszuhalten, weil man der prallen Sonne stark ausgesetzt ist.

Hündin Choco sitzt zwischen blühendem Heidekraut in der Cuxhavener Küstenheide

Die Cuxhavener Küstenheide erstreckt sich zwischen Sahlenburg, Duhnen, Altenwalde, Holte-Spangen, Berensch-Arensch und Oxstedt und gilt als das größte zusammenhängende Heidegebiet an der deutschen Nordseeküste. Damit die Landschaft offen bleibt und nicht zuwächst, weiden dort drei verschiedene Tierarten auf großen Koppeln: Wisente, Heckrinder und Koniks. Wisente sind europäische Bisons, Heckrinder eine dem Auerochsen nachempfundene Rückzüchtung, und Koniks halbwilde Ponys, die vom ausgestorbenen Wildpferd Tarpan abstammen. Die Heideblüte beginnt meist im August, kann sich je nach Witterung aber schon im Juli ankündigen.

Wisente haben wir nicht gesehen, dafür standen die Koniks in der Nähe und grasten friedlich. Außer Choco und mir schien wirklich niemand in der Heide unterwegs zu sein, wir hatten die ganze Schönheit für uns.

Strandkorb mieten am Hundestrand Sahlenburg

Wieder in Sahlenburg gönnte ich mir einen süßen Seestern aus der Bäckerei, als spätes Frühstück oder frühes Mittagessen. Für Donnerstag und Freitag hatte ich mir online einen Strandkorb gemietet. Leider hatte er keine gute Lage, bei der Bestellung stand er an einer ganz anderen Position. Ich fragte den Mann an der Strandkorbvermietung, bei dem man den Schlüssel abholt, ob ich tauschen könnte. Er war mit dieser Frage jedoch völlig überfordert und lehnte schließlich ab. Bei einem Strandkorb ist man offenbar ziemlich der Willkür ausgesetzt, man muss mit dem leben, was man vorfindet. Am Ende war es aber nicht so schlimm wie befürchtet, und ich war mit meinem Strandkorb zufrieden.

Hündin Choco mit Krebs-Kuscheltier im Strandkorb am Hundestrand Sahlenburg

Grundsätzlich ist so ein Strandkorb schon etwas Feines. Ich hatte mir tatsächlich zum ersten Mal einen gebucht, obwohl ich schon etliche Male in Sahlenburg oder Duhnen gewesen bin. Man hat seinen sicheren Standort, kann Handtücher, Schuhe und andere Sachen dort lassen und findet Schutz vor Sonne, Wind und Kälte. Man kann darin sitzen, im besten Fall aufs Meer oder Watt blicken und Leute beobachten. Ab Mittag kam das Wasser deutlich zurück, sodass wir uns abkühlen konnten, Choco natürlich jedes Mal mit im Wasser. Am späteren Nachmittag schwamm sie sogar eine ganze Runde.

Abendessen im Restaurant Kliff

Nachdem wir abends kurz im Hotel waren und ich schnell zum Abkühlen geduscht hatte, gingen wir ins Kliff zum Essen, während die Sonne unterging. Die Luft war lau. Das Kliff liegt an der Kante des Geestkliffs am Rand des Wernerwaldes und bietet einen weiten Blick über das Wattenmeer, seit 2020 wird es familiengeführt betrieben. Das Essen war keine Haute Cuisine, aber mit einem ehrlichen Seelachsfilet und ehrlichen Pommes kann man nichts falsch machen. Der Fisch schmeckte frisch, die Pommes waren solide. Dazu gab es einen Aperol Spritz und später noch einen, mehr hätte es dann aber auch nicht sein dürfen.

Am Nebentisch saß eine Frau mit ihrem Mann, und wir kamen ins Gespräch. Irgendwie ergibt sich das in so einem Urlaub immer wieder, besonders wenn man mit Hund unterwegs ist, selbst bei mir, die in dieser Hinsicht eher zurückhaltend ist. Auf dem Rückweg ins Hotel machte ich noch einen Abstecher zum Hundefreilaufplatz und unterhielt mich dort mit netten Leuten, die ebenfalls aus Bremen stammten und bald zurückfahren wollten. Schließlich gingen wir zum Hotel zurück und fielen beide erschöpft ins Bett.

Tag 3: Watt, Trubel am Strand und Abschied

Am nächsten Morgen war es bereits recht warm. Choco und ich machten einen kleinen Spaziergang durch den Wernerwald, danach ging es zum Strand. Als wir bei unserem Strandkorb ankamen, gab es wieder eine kleine Überraschung. Direkt davor, in maximal 1,5 Metern Entfernung, waren zwei Strandkörbe zusammengeschoben worden. Ich hatte dadurch nur noch die Rückseite der Körbe vor mir und sah vom Meer oder Watt nichts mehr. Dazu kam das Gefühl, direkt neben den Leuten zu sitzen, die sich davor ausgebreitet hatten und laut redeten. So ein schwerer Strandkorb lässt sich im tiefen Sand kaum bewegen. Trotzdem habe ich gezogen und gezerrt, bis ich schließlich eine gute Position hatte und der Meerblick wieder frei war.

Choco und ich gingen dann erstmal ins Watt. Das Wasser war schon komplett abgelaufen, entsprechend wenige Priele und Pfützen gab es noch. Es war angenehm dort, mit einer leichten Brise, trotzdem hatte ich das Gefühl, dass Choco es etwas beschwerlich fand. Früher bin ich mit Mona immer bis zum großen Priel gegangen, wo wir ein bisschen im Wasser geplantscht haben. Ganz bis dahin kam ich mit Choco nicht, bevor wir uns auf den Rückweg machten.

Hündin Choco blickt über einen Priel im Watt bei Sahlenburg

Fischbrötchen to go beim Fischhus von Döhlen

Dann war Zeit für ein spätes Frühstück. Wir gingen zu meinem Lieblingsfischimbiss, dem Fischhus von Döhlen, der am Vortag leider geschlossen war, donnerstags macht er zu. Den Hund darf man mit hineinnehmen. Ich kaufte mir ein leckeres Fischbrötchen, und Choco bekam auf einer Serviette einen ganzen kleinen Fisch serviert, wahrscheinlich eine Sprotte, den sie mit einem Happs verschlang. Auf dem Rückweg zum Strand hielten wir noch schnell beim Bäcker für den süßen Nachtisch. Insgesamt fiel mir auf, wie teuer es in Sahlenburg ist. Eine Kugel Eis kostet 2 €, ein einfaches Fischbrötchen mit Bismarckhering 4,50 € und ein Backfisch 6,50 €. Nur beim Bäcker sind die Preise normal, ungefähr wie in Bremen.

Hochbetrieb am Hundestrand

Danach verbrachten wir eine Weile im Strandkorb. Gerade als ich dachte, dass es ziemlich warm wurde, kam Wind auf, der es wieder angenehm machte. Für ein spätes Mittagessen gingen wir nochmal ins Kliff. Als wir zum Strand zurückkamen, war er richtig voll geworden. Jeder Platz war belegt, direkt neben unserem Strandkorb hatte sich eine Familie niedergelassen, und mit direkt meine ich das auch so.

Sie lagen an der Seitenwand, zum Glück etwas nach hinten versetzt. Als Choco sich wie zuvor vor den Strandkorb legte und an deren Wasser schnupperte, das genau vor ihrer Nase stand, nahm man es ihr mit einem pikierten Blick weg. Der Strandkorb links war inzwischen ebenfalls besetzt, komplett zur Sonne gedreht. Dahinter, gleich neben uns, döste ein Hund im Schatten, die Besitzer beäugten uns kritisch.

Hündin Choco liegt entspannt im Sand mit ihrem Krebs-Kuscheltier

Zum Glück ist Choco so ein lieber, entspannter Hund, und genau das sollte auch bei anderen die Voraussetzung sein, wenn sie mit Hund an den Hundestrand gehen. Zum Wochenende wurde es nämlich richtig voll, an jeder Ecke lag ein Hund, was für manche zum Spießrutenlauf werden kann. 

Inzwischen war das Wasser zurück, der Wind kräftiger, es gab kleine Wellen und etwas Brandung. Ich ging mit Choco ins Wasser, doch sie fand das gar nicht gut. Brav folgte sie mir und schwamm kurz, wollte dann aber unbedingt wieder raus und war ängstlich, sobald Wellen an den Strand kamen.

Bei einem Kurzurlaub am Hundestrand gibt es viel zu sehen und zu beobachten. Dort sind viele unterschiedliche Menschen unterwegs, die die Liebe zum Hund vereint. Die meisten Hunde sind entspannt, verhaltensauffällige eher selten, meistens fällt eher der dazugehörige Mensch auf. Ich sah zum Beispiel einen Mann, der mit seinem Hund am Deich entlangging, ein massiver Hund, Richtung Bulldogge, der immer wieder unvermittelt in eine andere Richtung zog. Er hing an einer langen Flexileine, die so dünn war, dass ich sie selbst mit Kontaktlinsen kaum erkennen konnte. Das war eine Gefahrenquelle, die nicht zu unterschätzen ist.

Abschied von Sahlenburg

Nach einem letzten Spaziergang durch Sahlenburg und einer Kugel Eis machten wir uns nach einem wirklich gelungenen Kurzurlaub wieder auf den Rückweg nach Bremen.

Hündin Choco liegt auf einer Buhne, im Hintergrund die Silhouette von Sahlenburg

Praktische Infos auf einen Blick

Hotel Wernerwald

  • Wernerwaldstr. 21–23, 27476 Cuxhaven-Sahlenburg
  • Website: https://www.wellness-hotel-wernerwald.de
  • Hundefreundlich, Hunde auch im Restaurant und an der Bar erlaubt
  • Frühstück, Hund und Parkplatz einzeln dazubuchbar
  • Bei dieser Buchung war die Direktbuchung beim Hotel günstiger als über ein Buchungsportal
  • Gegen Aufpreis kostenlose Stornierung bis zum Vorabend möglich
  • Hotelparkplatz: 10 €/Tag, privater Parkplatz 2 Gehminuten entfernt: 5 €/Nacht
  • Gästekarte des Hotels lässt sich per E-Mail zuschicken und beim Strandeintritt einfach am Handy vorzeigen, dadurch günstigerer Eintritt

Restaurant Kliff

  • Wernerwaldstraße 4 / Am Sahlenburger Strand, 27476 Cuxhaven-Sahlenburg
  • Tel. 04721 5918747
  • Website: https://kliff-restaurant.de
  • Täglich 12–22 Uhr, Küche bis 21 Uhr
  • Keine eigenen Parkplätze, öffentliche Parkmöglichkeiten in der Umgebung

Fischhus von Döhlen

Strandkorb-Vermietung Hundestrand Sahlenburg

Hundestrand Sahlenburg

  • Website: https://www.nordseeheilbad-cuxhaven.de/entdecken/poi/hundestrand-sahlenburg
  • Zufahrt über die Wernerwaldstraße, 27476 Cuxhaven-Sahlenburg
  • Südlicher Teil von Sahlenburg
  • Leinenpflicht am Strand, auf dem Deich, im Deichvorland und im Watt
  • Eingezäunte Freilauffläche links vom Eingang, vor dem Strandabschnitt
  • Keine Toiletten direkt am Strand, nächste öffentliche am Waldcampingplatz
  • Parkplatz Hans-Retzlaff-Straße, gebührenpflichtig, ca. 700 m Fußweg

Cuxhavener Küstenheide

  • Website: https://www.nordseeheilbad-cuxhaven.de/entdecken/kuestenheiden-wernerwald
  • Zwischen Sahlenburg, Duhnen, Altenwalde, Holte-Spangen, Berensch-Arensch und Oxstedt
  • Größtes zusammenhängendes Heidegebiet an der deutschen Nordseeküste
  • Heideblüte meist ab August, je nach Witterung schon im Juli möglich
  • Weidetiere: Wisente, Heckrinder und Koniks auf großen Koppeln
  • Kostenfreier, ausgeschilderter Parkplatz an der Holter Straße, guter Ausgangspunkt für Wanderungen
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